Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Inflation’

Im Januar habe ich in diesem Blog in knapper Form unter dem Titel Staatsverschuldung: Droht die Enteignung der Bürger?den Stand der deutschen Staatsverschuldung dargestellt und mir die Frage gestellt, wie Staaten ihre Schuldenberge wieder loswerden. Seitdem ist die Staatsverschuldung weiter gestiegen . Dazu  kommen immer größere Risiken aus der „Euro-Rettung“. In der Wirtschaftswoche Nr. 10 2012 wird Deutschlands Anteil an der „Rettung“ auf derzeit 675 Milliarden geschätzt. Die größten Positionen sind Bürgschaften für den EFSF, der Deutsche Haftungsanteil aus EZB Staatsanleihenkäufen und Targetverbindlichkeiten der Krisenländer gegenüber der EZB. Wie Pensionszusagen für Beamte finden sich diese Positionen in der Staatsverschuldung noch nicht wieder.

Wie gedenken die Politiker diese Probleme zu lösen? Egal wie man es dreht – es geht zulasten der Bürger.

In vollem Gange ist bereits die finanzielle Repression. Der Begriff wird vermehrt in der Diskussion benutzt  nach der Veröffentlichung eines Arbeitspapieres der Bank für internationalen Zahlungsausgleich von  Carmen Reinhart und Belen Sbrancia:  THE LIQUIDATION OF GOVERNMENT DEBT . Nach Reinhart und  Sbrancia gab gibt es folgende Möglichkeiten zur Schuldenreduzierung: (i) wirtschaftliches Wachstum; (ii) drastische Spaarprogramme; (iii)  Staatsbankrott; (iv) der Ausbruch einer starken Inflation und (v) eine ständig dosierte finanzielle Repression, welche von einer dosierten Inflation begleitet wird.

Zur finanziellen Repression zählen die Autoren neben direkten Beschränkungen des Zinssatzes eher subtile Formen, die Anleger dazu zwingen, Geld in ihren Heimatmärkten zu für die Regierungen günstigen niedrigen Zinsen anzulegen. Dazu gehören beispielsweise Kapitalverkehrskontrollen, Mindestreserveanforderungen an Banken, regulatorische Maßnahmen und auch die aktuell diskutierte Transaktionsteuer (mit dem Ziel, den Anleger zur Alternative heimischer Staatsanleihen zu führen) sowie Verboten von Gold- Transaktionen.

Unter regulatorischen Maßnahmen verbergen sich bereits genutzte Möglichkeiten,Zugriff auf die private Altersvorsorge der Bürger zu nehmen. So müssen die in Deutschland verbreiteten Lebens- und Rentenversicherungen überwiegend in Staatsanleihen investieren. Das verschärft sich mit Basel III. Zusammen mit Tendenzen, das Geld „der Kunden vornehmlich in demjenigen Land anzulegen, aus dem der Kunde kommt“ (vgl. „Pläne für alle Euro-Szenarien“), dürften deren Renditen künftig mau aussehen. Viel mehr als mickrige Garantiezinsen wird es nicht mehr geben. Die Staaten bekommen dafür günstige Kredite.  Besonders erfolgversprechend sind solche Strategien, wenn man über dosierte Inflation negative reale Zinssätze erreicht. Das könnte über die derzeitige EZB- Politik erreicht werden.

Oder um es nochmal mit anderen Worten zusammenzufassen:

Letztlich bleibt nur die „finanzielle Repression“. Man versucht mit allen Mitteln die Leute dazu zu bringen, Staatsanleihen zu kaufen, auch wenn die negative reale Renditen abwerfen – und gleichzeitig Inflation zu erzeugen. Dieser Weg ist sehr oft gewählt worden in der Geschichte. Das schöne an der Inflation ist ja: Niemand wird gefragt, kein Parlament muss darüber abstimmen. (Joachim Fels, Chef-Volkswirt von Morgan Stanley, im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung, 03./04. März 2012).

Die kalte Progression würde in einem solchen Szenario weiter Geld in die Staatskasse spülen. Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums heißt es:

Der progressiv ausgestaltete Einkommensteuertarif ist dadurch gekennzeichnet, dass Einkommenserhöhungen nicht nur zu höheren Steuerzahlungen führen, sondern auch dazu, dass ein größerer Anteil des Einkommens an den Staat abzuführen ist. Dies gilt auch dann, wenn das Einkommen nur im Umfang der Inflationsrate steigt, die Kaufkraft des Einkommens also gar nicht gestiegen ist. Der Anstieg des Durchschnittssteuersatzes, der allein auf die einen Preisniveauanstieg ausgleichenden Lohn- und Gehaltserhöhungen zurück zu führen ist, wird als „heimliche“ Steuererhöhung oder als „kalte Progression“ bezeichnet. (Vgl. Kalte Progression, Begriffsbestimmung).

Kein Wunder, daß Politiker hier niemals eine dauerhafte Lösung finden wollten, wie etwa ein an die Inflation gekoppelter Ausgleich. So erhöhen sich die Steuern auch ohne neue Bundestagsbeschlüsse.

Unter dem Titel Back To Mesopotamia? untersuchen David Rhodes und Cecil Stelter nicht nur die Schulden der Staaten sondern auch die der privaten Haushalte und Unternehmen. Für jeden der drei Sektoren unterstellen Rhodes und Stelter eine maximal verträgliche Verschuldung von 60 Prozent des BIP, also insgesamt 180 Prozent des BIP. Im nächsten Schritt rechnen die Autoren aus, wie hoch eine von ihnen empfohlene Besteuerung von privatem Sparvermögen mit einer Einmal-Steuer ausfallen müßte, um die Verschuldung auf einen derartigen Schuldenstand zurückzuführen. Demnach müßten die Deutschen 11 Prozent ihres Vermögens abgeben, die Franzosen zum Zeitpunkt der Studie schon 19 Prozent, die Spanier und Portugiesen schon 56 % bzw. 57 % ihres Vermögens und die Iren gar 100 %.

Das die Deutschen auch ein bißchen mehr zahlen werden, wird im Papier unterstellt: „In the overall context of the future of the euro zone, politicians would need to propose a broader sharing of the burden so that taxpayers in such countries as Germany, France and the Netherlands would contribute more than the share required to reduce their own debt load. This would be unpopular, but the banks and insurance companies in these countries would benefit.“

Das im Bundesfinanzministerium solche Szenarien durchgespielt werden, läßt auch eine im Dezember bekannt gewordene Personalie erwarten. Levin Holle soll die Abteilung Finanzmarktpolitik des Bundesfinanzministeriums führen. Die obengenannte Studie  Back To Mesopotamia? entstammt offenbar dem Berliner Büro, dem Holle damals vorstand (Vgl. Plant Finanzministerium Enteignung deutscher Sparer?).

Aus alldem können wir noch nicht entnehmen, für welche Maßnahmen sich die Politik tatsächlich entscheiden wird. Vermutlich wird es eine Kombination sein.

Aber eines ist bereits jetzt sicher: Wenn Politiker allzu freigiebig in Europa werden (vgl. SPD- Steinbrück: “Natürlich müssen die Deutschen zahlen”), wird sich das schon sehr bald im schwindenden Wohlstand der deutschen Bürger niederschlagen.

Wenn Gewerkschaften in Jahr 2012 in Arbeitskämpfen um mehr Geld ringen, mag das angesichts der erwarteten Inflation sinnvoll sein. Sie sollten aber auch gegen die Ausplünderung der Bürger durch Euro-„Rettung“ auf die Straße gehen. Darin liegt derzeit größte Bedrohung für den Wohlstand der Deutschen.

Kann sich der Einzelne vor einer derartigen Ausplünderung schützen? Damit werde ich mich in einem der folgenden Beiträge beschäftigen.

Advertisements

Read Full Post »

Deutschland mag in der EU – noch – solider Schuldner gelten. Im Vergleich zu den noch höher verschuldeten Südstaaten mag Deutschland zwar relativ gut dastehen. Aber eben nur relativ. Um Deutschlands Situation in Kürze zu nennen:

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands lag 2010 bei ca. 2500 Mrd. €.

Die aufgelaufene Gesamtverschuldung betrug Ende 2010 ca. 2000 Mrd. €, das sind rund 80% gemessen am BIP. Im Europäischen Stabilitätspakt („Maastricht-Vertrag“) hat Deutschland sich verpflichtet, eine Grenze von 60% nicht zu überschreiten.

Im Jahre 2010 lag die Neuverschuldung bei 7,6%. Hier liegt die Grenze des Erlaubten bei 3% gemessen am BIP.

Quelle:  Staatsverschuldung.de

 Und: darin sind noch nicht einmal alle zukünftigen Verpflichtungen enthalten, die z.B. im Rahmen der Eurorettung auf uns zukommen können (realistisch: werden!).  Ebensowenig wird eine gigantische Schuldenwelle abgebildet, die noch auf uns zukommt: Deutschland hat sich mit Pensionszusagen für Beamte in eine finanziell aussichtslose Lage gebracht.

 Bis 2030 müssen über 600000 zusätzliche Pensionäre versorgt werden. Die Summe aller Versorgungszusagen übersteigt bis 2040 die Marke von zwei Billionen Euro und bildet den größten Posten der impliziten Staatsschulden. Diese Zahl wird bisher nirgends ausgewiesen.

Quelle:  Deutschlands zweites Versailles.

 Wie können Staaten solche Schuldenberge abbauen? Letztendlich nur durch den Zugriff auf die Privatvermögen der Bürger. Steuererhöhungen, und Leistungskürzungen sind mögliche Wege, die allerdings auf Widerstand stoßen können. Weniger Aufregung verursachen andere Wege. Inflation, kalte Progression und finanzielle Repression haben bislang keine Demonstrationen verursacht. Auf dem Spiel steht mit dem Wohlstand und der Altersversorge der Bürger letztendlich das Vertrauen der Bürger in ihren Staat und damit letztlich in die Demokratie. Deshalb werde ich mich in den nächsten Beiträgen mit den Enteignungsstrategien der Politik beschäftigen.

 

Read Full Post »

Helmut Kohl soll es während seiner Kanzlerschaft sehr wichtig gewesen sein, den richtigen Platz in den Geschichtsbüchern zu finden. Den Platz hat er zumindest als Kanzler der Einheit sicher (wenngleich das Ziel der Einheit bis 1989 bei nahezu der gesamten bundesrepublikanischen Elite nicht auf der Tagesordnung stand und ohne den Ruf „Deutschland einig Vaterland“ bei den Demonstrationen in der damaligen DDR auch nicht dorthin gekommen wäre).

Einen Schatten auf das Kohl- Bild  wirft allerdings die CDU-Spendenaffäre nach der verlorenen Bundestagswahl 1998. Kohl stellte sein Ehrenwort gegenüber angeblichen Spendern über das Gesetz.

Womöglich werden künftige Historiker Kohls Rolle bei der Euro- Einführung als besonders dunkles Kapitel werten. Der Euro droht Europa zu spalten, immer größere „Rettungspakete“ erweisen sich als zu klein, eine Transferunion ist trotz gegenteiliger Politiker- Beteuerungen vor der Euro- Einführung Realität.

Kohl ist immer noch uneinsichtig: „Europa ist unsere Heimat. Europa ist immer Versöhnung. Europa ist Frieden und Freiheit. Es gibt keine Alternative zu Europa“ äußerte der Altkanzler kürzlich.

Wortwörtlich hat der Kanzler sogar recht:  Zu Europa gibt es keine Alternative. Ein lebenswertes Europa ohne Horrorszenarien wie Transferunion und Inflation wird es allerdings nur geben, wenn wir bald Alternativen zu dieser EU und zum  Euro finden.

Read Full Post »

Finanzkrise, Euro-Desaster, US- Schuldenberg, Inflation, Deflation, kaufen oder verkaufen: für Anleger ist es nicht leicht, sich eine Meinung zu Bilden. Experten treten allerorten auf und geben kluge Ratschläge. Doch deren Stimmen tragen nur zur Verwirrung bei. Zudem tritt keiner von den Akteuren uneigennützig auf. Wie soll man handeln?

Die erste Regel lautet: keine Panik. Denn Angst oder Panik führen zu unüberlegten Reaktion.  Sicher ist: die Bedrohungen für das Ersparte sind vielfältig. Kein Anlageprodukt ist wirklich sicher. Eine Asset Inflation hat zudem bereits alle Boote gehoben. Der Staat wird Wege suchen, sich die Vermögen der Anleger zu eigen zu machen: im Zweifel dort, wo am meißten zu holen ist.

In so einem Umfeld gibt es nicht die ideale Anlageform. Und es gibt wahrscheinlich auch keine Experten,  die Ein- und Ausstiegszeitpunkte präzise vorhersagen können. Und wenn es sie gäbe: Wie soll man sie von all den anderen überbezahlten Marktschreiern der Finanzbranche unterscheiden?

Deshalb sollte man in der Krise so anlegen wie immer: zu geringen Kosten und in einer soliden Mischung der Anlageklassen. Die Mischung gering korrelierender Anlagen hilft, das Risiko in den Griff zu bekommen.  Wie solch ein Portfolio aussehen kann, werde ich in künftigen Beiträgen erörtern.

Read Full Post »

Im Verlauf der  E10- Debatte hat es eine Reihe von interessanten Stellungnahmen gegeben. Ich möchte kurz auf Einige hinweisen:

Die Wirtschaftswoche weist darauf hin, daß Biosprit der größte Preistreiber ist:

Ein Großteil der Inflation in Deutschland geht inzwischen auf das Konto von Nahrungsmitteln. Die Bundesbürger können es verschmerzen. Ihr Einkommen ist global gesehen hoch, der Anteil der landwirtschaftlichen Rohstoffe am Endverbraucherpreis gering. Von den 25 Cent, die der Bäcker für eine Schrippe erhält, entfällt auf den Rohstoff Weizen weniger als ein Cent.

Fast eins zu eins schlagen die Preissteigerungen dagegen in den Ländern mit der ärmsten Bevölkerung durch, in denen die Menschen nicht 14 Prozent wie in Deutschland, sondern 70 bis 95 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Nahrungsmittel verwenden müssen.

E10 ist aber offenbar nicht nur für alte Motoren ein Problem:

Auch alle übrigen Wagen könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn E10, bei dem herkömmlichem Benzin zehn Prozent Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt ist, könnte dafür sorgen, dass Motoren schneller verschleißen.

Durch den hohen Ethanolanteil nehme die Wassermenge im Motor zu, sagte Thomas Brüner, der Leiter der Mechanikentwicklung bei BMW, der „Welt am Sonntag“: „Das Wasser kondensiert aus den Verbrennungsgasen und gelangt ins Öl, das dadurch verdünnt wird und schneller altert.“  (Quelle: Welt.de)

Wenn der Motor dann trotz der Herrstellerfreigabe verreckt, zahlt es der Verbraucher. ADAC- Experte Maurer in der FTD:

Theoretisch wäre der Hersteller zwar in der Haftung, wenn er einen Wagen für die Betankung mit E10 freigegeben hat und dann trotzdem etwas passiert. Allerdings trägt der Auofahrer die Beweislast für den Schaden. Und er wird nie und nimmer nachweisen können, dass ein Schaden durch E10 entstanden ist.

Warum sollte die Autoindustrie da nicht locker mit den Freigaben umgehen? Sie will doch mehr Autos verkaufen.

Die Politik will trotz allem die E10-Einführung durchziehen (vgl. E10-Gipfel endet mit Armutszeugnis, Augen zu und durch).

Was bleibt uns übrig? Nicht nur E10 ist zu boykottieren, sondern auch die (etablierten) Politiker!

Read Full Post »

Die Erklärung kam überraschend: Der Bundesbankpräsident, der  auch als Nachfolger des EZB- Präsidenten Trichet gehandelt wurde,  hört am 30. April auf – „aus persönlichen Gründen“. In den Medien wird spekuliert, worin die Gründe liegen. So schreibt die FAZ:

Ist Axel Weber ein zweiter Horst Köhler, der unter der Bürde des Amtes die Nerven verlor? Oder ein kühl kalkulierender Karrierist, der Nachfolger von Josef Ackermann bei der Deutschen Bank werden will, und längst ein Millionengehalt statt des Notenbanker-Salärs sicher hat? Die Wirklichkeit ist wohl simpler: Weber hat zuletzt keine Chance mehr gesehen, in Würde Präsident der EZB zu werden – und zog die Konsequenzen.

Mit solchen Begründungen scheint mir der eigentliche Hintergrund heruntergespielt zu werden. Denn zum einen hat sich Weber in der Vergangenheit recht deutlich positioniert, etwa zum Aufkauf von Anleihen der EU- Krisenländer durch die EZB. Zum anderen läßt seine aktuelle Begründung erkennen, daß es sich um handfeste inhaltliche Gründe handelt.

 

Erkennbar ist dies etwa in Äußerungen gegenüber dem Spiegel:

Dem Präsidenten komme eine Sonderstellung zu, sagte er dem SPIEGEL. „Wenn er jedoch zu wichtigen Fragen eine Minderheitsmeinung vertritt, leidet die Glaubwürdigkeit dieses Amts.“ Er habe bei einigen wichtigen Entscheidungen in den vergangenen zwölf Monaten klare Positionen bezogen. „Die Positionen mögen für die Akzeptanz meiner Person bei einigen Regierungen nicht immer förderlich gewesen sein“, so Weber. Seither sei seine Überzeugung gereift, dass er das Amt des EZB-Präsidenten nicht anstrebe.

Meine These: In der EU und der EZB werden derzeit die Weichen für eine Aufweichung der Währungspolitik gestellt. Ursprünglich wurde uns verkauft, die EZB sei nach dem Vorbild der Bundesbank konstruiert und habe als einziges Ziel die Geldwertstabilität.

Dagegen scheinen einige Krisenländer den Wunsch zu haben, sich über niedrig gehaltene Zinsen und die folgende Inflation zu entschulden. Und auch große Länder wie Frankreich stehen nicht für die Tradition einer unabhängigen Zentralbank sondern  für fallweise Eingriffe.

Wollte Weber, intellektuell wie finanziell unabhängig, es vielleicht einfach vermeiden, als Symbolfigur  für Geldwertstabilität eingesetzt zu werden und tatsächlich Entscheidungen in die entgegengesetzte Richtung treffen zu müssen?

Das bisherige Inflationsziel der EZB von unter, aber nahe bei zwei Prozent wird wohl nur noch auf dem Papier bestehen bleiben…

Read Full Post »

Kommt die Inflation? Mit einer Teuerungsrate von 2,4 Prozent im Januar liegt immerhin ein Zweijahreshoch vor. 2.4 Prozent liegen zwar noch immer Nähe des erklärten Inflationszieles Ziel der EZB.

Ob es dabei bleibt, ist allerdings fraglich.  Mit Konjunkturprogramme gegen die Rezession und zur Rettung von Finanzinstituten sind weltweit riesige Geldmengen durch die Zentralbanken in den Markt gepumpt worden. Der Tritt auf die Bremse scheint schwerer zu fallen, da niemand selber den Abschwung einleiten will. In den USA scheint die Medizin auf dem Arbeitsmarkt noch nicht einmal zu wirken.  Kein Wunder, daß etwa der Chefökonom der Deutschen Bank, Mayer,  laut Wirtschaftswoche 04/2011 bereits in mittelfristiger Perspektive von Teuerungsraten um die 5 Prozent ausgeht. Auch die EZB- Verantwortlichen sprechen das Thema inzwischen offen an (vgl. Furcht vor der Inflation).

Kommt die Inflation tatsächlich in diesem Ausmaß, führt dies die EU in die nächste Zerreißprobe. Hält die EZB an ihrem Inflationsziel fest, müßte sie entsprechend die Zinsen erhöhen. Das wäre gut für Deutschland, aber schlecht für klamme Länder wie Griechenland, Portugal, Irland und Spanien. Denn für die würde es eine Verteuerung der Kredite bedeuten. Auch große Banken sind noch abhängig vom „billigen“ Geld.

Ob die EZB unter diesen Umständen dem politischen Druck standhält, steht in den Sternen. Aber selbst wenn das gelänge, wären Länder wie Deutschland noch nicht vom Problem der Inflation befreit. Denn wenn Deutschland wieder für die Problemländer und für die Banken einstehen muß, ist die Inflation durch die Hintertür als Steuererhöhung ganz schnell wieder da.  Real bedeutet das für die Deutschen Wohlstandsverluste und herbe Verluste in der privaten Altersvorsorge. Denn ist ist, nicht ganz unbeeinflußt von staatlichen Vorgaben (man denke an Lebens- und Rentenversicherungen), oft arg anleihelastig.

Die gemeinsame Währung hat weiter viel Potential – als Verursacher von Problemen und Streit in Europa. Die angebliche Idee der Europapolitiker, die Integration über die gemeinsame Währung erreichen zu wollen, erweist sich als gefährlicher Größenwahn.

Read Full Post »