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Posts Tagged ‘Deutungshoheit’

Die Reaktionen auf PEGIDA zeigen: der politisch-mediale Komplex ist im Ausnahmezustand. Eine neutrale Berichterstattung gibt es kaum noch, es wird manipuliert und gelogen. Die Journalisten jagen dabei im Wolfsrudel. Die Demonstranten nehmen friedlich ein Grundrecht wahr und werden dafür mit Kübeln von Unrat überschüttet.  Die Gewalt auf Seiten der Anti-Pegida-Demonstrationen bleibt meistens unerwähnt. Nicht überraschend wird dann von den Beschimpften über die „Lügenpresse“ gesprochen.

PEGIDA_klein

PEGIDA-Logo: Berichterstattung als Kampf um die Deutungshoheit ? 

Sicher: hier und da kommen in der Presse auch kritische Köpfe zu Wort, wie  Henryk M. Broder in der WELT. Aber alles in allem schärft PEGIDA den Blick auf einen Kampf um die Deutungshoheit zwischen politisch-medialem Komplex auf der einen Seite und den nicht vertretenen Bürgern auf der anderen Seite. Auch die Berichterstattung zu Rußland, zur Ukraine, zur AfD, zur Eurorettung oder zur Frühsexualisierung der Kinder ruft in den Leserkommentaren viel Ablehnung hervor. Genau das führt zur selektiven (vgl. Kommentarfunktion bei Spiegel Online abgeschaltet) oder vollständigen Abschaltung der Leserkommentare (vgl. Die ARD will wie die Süddeutsche zur „gelenkten Öffentlichkeit“ übergehen). In einem hervorragendem Beitrag (Von Rumorkliniken und Gerüchteküchen) fragt Mathias Bröckers mit Blick auf die Ukraine-Krise:

Ist es nur Nachlässigkeit der Leitmedien, dass sie eine solche Aufklärung gar nicht mehr fordern und als kontrollierende „vierte Gewalt“ den (Rechts-)Staat unter Druck setzen, diese auch zu leisten? Haben sie ihre Rolle als Kontrolleure und Kritiker der Macht abgegeben, um als Akteure und Werkzeuge dieser Strategie nur noch als Gerüchteküchen und Spinanstalten zu fungieren?

Dieses Eindrucks kann man sich schwer erwehren, wenn man etwa den Medienwatchblog Propagandaschau durchscrollt, der die Spins und Drehs der öffentlich-rechtlichen Berichterstattung zur Ukrainekrise akribisch unter die Lupe nimmt – wie zuletzt zum Beispiel das Märchen vom angeblich „einsamen Putin“ beim Dinner der G20-Chefs.

Bröckers weiter:

Journalisten müssten nicht fürchten, künftig überflüssig zu werden wie einst die Heizer auf der Elektrolok, wenn sie sich ihrer Wächterrolle wieder besinnen, für die ihnen in demokratischen Verfassungen auch besondere Rechte verliehen wurden. Weil ihnen als Auge, Ohr und Kontrollorgan des Souveräns – des Volks – besonderer Schutz gebührt – und nicht, um als Stenographen der Macht und Lautsprecher der Eliten zu fungieren.

Bis dahin möchte ich allerdings nicht warten. Das Problem ist: selbst das Aufrufen einer Berichterstattung im Internet, die ich ablehne, läßt die Kassen manipulativer Medien klingeln. Denn auf den Internetseiten wird Werbung eingeblendet und darüber hinaus aus meinen Daten ein Profil gebildet. Schreibe ich einen Kommentar dazu, klingelt die Kasse fürs Aufrufen der Seite. Auch dann, wenn der Kommentar nicht einmal veröffentlicht wird. Entschließe ich mich dann, das Thema in meinem Blog aufzugreifen und recherchiere auf weiteren Internetseiten, klingeln dort wieder die Kassen. Eine tolle Auseinandersetzung, wenn jeder meiner Schritte nur die Gegner stärkt. Damit soll Schluß sein. Das ist gar nicht mal so schwer.

Mit einem Werbeblocker kann ich diesen Geldhahn nämlich zudrehen. Und selektiv bei Medien, die ich unterstützen möchte (z.B. Junge Freiheit) wieder aufdrehen. Es geht ganz einfach.

Es gibt viele derartige Add-ons. Ich beschreibe hier Adblock Plus, weil es Open Source ist, weitverbreitet und auf Mozilla Firefox, Google Chrome, Opera und Android einsetzbar ist. Wer andere Werbeblocker vorzieht, mag sich im Internet informieren. So ein Werbeblocker gibt zugleich etwas mehr Anonymität (weil zumindest einige Trackingmöglichkeiten ausgeschaltet werden) UND Sicherheit (weil manche Malware über unkontrollierte Werbung auf den Rechner gelangt) im Internet.

Eine ausführliche Anleitung gibt es hier: Erste Schritte mit Adblock Plus. Vereinfacht am Beispiel von Mozilla Firefox:

1. Ich öffne das Menü rechts oben und gehe auf Add-ons.

2. Im Suchfeld „Adblock“ eingeben, auf Adblock Plus klicken, auf den grünen Button +|Add to Firefox klicken und im nächsten Fenster mit Jetzt installieren bestätigen.

3. Nach erfolgreicher Installation findet sich das  rote Adblock Plus-Stopzeichen in der Symbolleiste. Darauf einmal klicken, und dann auf Filtereinstellungen gehen.

4. In den Filtereinstellungen prüfen, ob auch die EasyList Germany+EasyList  für die deutschen Seiten aktiviert ist. Wenn nicht bereits voreingestellt, sollte dies über Filterabbonnements nachgeholt werden. Einen guten Schutz vor Malware bietet auch auch DisableMalware.

5. In den Filtereinstellungen sollte kein Häkchen vor Einige nicht aufdringliche Werbung zulassen stehen. Von manipulativen Medien wollen wir schließlich gar keine Werbung sehen.

6. Nicht vergessen: unterstützenswerte Internetseiten sollen weiter Werbeeinnahmen erhalten! Dazu wird die jeweilige Seite aufgerufen, auf das rote Adblock Plus-Stopzeichen geklickt und der Werbeblocker für die gewünschte Seite deaktiviert.

Was hier in 6 Punkten beschrieben wird, ist in der Praxis sehr einfach und in kurzer Zeit erledigt. Jetzt heißt es: ausprobieren und bei Gefallen weiterverbreiten.

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Die Pegida-Proteste sind nicht mehr totzuschweigen. Gingen im  Oktober noch 500 Menschen gegen „Glaubenskriege auf deutschem Boden“ in Dresden auf die Straße, so sind es nach mehreren Demonstrationen allein in Dresden über 10.000 Teilnehmer. In zahlreichen weiteren Städten finden ähnliche Aktionen statt. Auch wenn die „Qualitätsmedien“ spotten, wenn es anderenorts „nur“ einige Hunderte sind: diese Proteste finden zum Teil parallel zu Dresden statt. Und Proteste wie „Bogida„, „Kögida„,“Legida“ oder „Dügida“ waren bislang in diesem Umfang auch nicht denkbar. Eigentlich müßte das eine Freude für jeden Demokraten sein: Hier findet echte Zivilcourage statt. Denn im Gegensatz zu den „Zivilcouragierten“, die mit den üblichen Fließband- Auszeichnungen versehen werden, gehen hier Menschen ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt von SPD, Grünen, „Qualitätsmedien“, Gewerkschaften, evangelischer Kirche und staatlich geförderten „mutigen“ Projekten auf die Straße. Für die Aktionen gegen Pegida ist dagegen offenbar Staatsgeld geflossen: PEGIDA: Sachsen zahlte für Gegendemo 10 Euro – Stunde.

Folglich werden die Pegida- Proteste inzwischen  in allen Medien berücksichtigt : Innenminister und „Rechtsextremismus-Experten“ geben ihre oftmals phrasenhaften Kommentare ab und geben Warnungen vor der Teilnahme ab.  Selbst der Bundespräsident sieht sich bemüßigt, vor „Chaoten und Strömungen, die wenig hilfreich sind“ sowie vor Bewegungen zu warnen, „die Deutschland zu einer geschlossenen Gesellschaft machen wollen“. Große Besorgnis ruft offenbar die Tatsache hervor, daß bei Pegida nicht irgendwelche leicht zu stigmatisierenden Randexistenzen auf die Straße gehen, sondern besorgte Bürger in großer Zahl.

Pegida Dresden Bild

Pegida Dresden

Pegida Banner: Keine Randexistenzen sondern besorgte Bürger in großer Zahl.

In der Diskussion greifen die „Eliten“ dann auch häufig zur inzwischen reichlich Stumpf gewordenen Faschismuskeule: „Die Organisatoren sind ganz klar Rechtsextremisten. Das sind Nazis in Nadelstreifen. Wir müssen diese Aufwiegler entlarven. Denn bei den Demonstrationen gehen auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft mit, die diffuse Ängste haben.“ äußerte etwa Ralf Jäger (SPD) gegenüber der Welt.

Erstaunlich ist nur, wie viele Unwahrheiten in nur 4 Sätzen untergebracht werden. Das die Organisatoren Rechtsextremisten sind, konnte bislang in keiner Weise belegt werden. Wenn Jäger sein Amt nutzt, um Gegner zu beschimpfen ohne Belege zu haben, wäre eigentlich ein Rücktritt fällig. „Nazis in Nadelstreifen“ ist eine Beleidigung, für die eine Anzeige möglich wäre. Und die Ängste der Menschen sind auch nicht „diffus“ sondern ganz konkret. Auch wenn noch sooft erwähnt wird, daß in Dresden ja gar nicht so viele Probleme mit Zuwanderern bestehen:  Glauben unsere Beschwichtigungspolitiker, die Menschen leben isoliert vom Rest des Landes? Parallelgesellschaften sind in großen Städten wie Berlin oder Frankfurt überdeutlich zu sehen. Und Beispiele für eine gescheiterte Integration kann man gerne in NRW-Städten wie Gelsenkirchen, Duisburg oder Hagen suchen. Darf man erst protestieren, wenn unverantwortliche Politiker mit neuen Mehrheiten vollendete Tatsachen geschaffen haben?

SPD-Jäger weiter in der Welt: „Die Parolen der Rechtsextremisten erreichen nicht den Kopf, sondern nur den Bauch. Bauchgefühl und Unwissen bilden einen Nährboden für eine fremdenfeindliche Haltung.“ Auch diese Aussage ist erstaunlich: Die politischen „Eliten“ verweigern seit Jahren jegliche Diskussion zu von ihnen tabuisierten Themen. Themenkomplexe wie Asylmißbrauch oder Probleme mit der Zuwanderung existieren in der öffentlichen Debatte nicht oder werden nur genannt, wenn Länder und Kommunen zur Bewältigung der offiziell nicht existierenden Probleme weitere finanzielle Mittel brauchen. Wenn einzelne Kritiker solche Themen ansprechen, werden Probleme geleugnet und die Kritiker in die rechtsextreme Ecke gestellt. Das funktioniert aber nur, solange sich nur einzelne gelegentlich alleine aus der Deckung wagen und ohne Solidarität verbal niedergeknüppelt werden können. Sind es 10.000 Demoteilnehmer, neue Parteien in den Parlamenten oder tausende tägliche kritische Kommentare in den Online- Ausgaben der „Qualitätsmedien“ (sofern Kritik noch veröffentlicht wird) dann ist die Deutungshoheit der „Eliten“ gefährdet.

Deutungsmonopol der „Eliten“ gefährdet

Folglich sind die „Eliten“ gar nicht gewillt, über die sehr differenzierten Ansätze der Pegida (vgl. POSITIONSPAPIER der PEGIDA) zu diskutieren. Vielmehr versucht man Teilnehmer mit Warnungen vor Rechtsextremismus zu verunsichern oder greift AFD- Politiker an, die ebenso wie Pegida eine Gefahr fürs Deutungsmonopol sind, an (vgl. Pegida-Demos „platte, harte Fremdenfeindlichkeit“ und „Tillich nennt AfD-Mitglieder niederträchtig“).  Im Erfolgsfall wird bei Diskussionen dann weiterhin nicht der Kopf bemüht. Vielmehr gibt es dann keine Diskussionen mehr.

Deshalb wünsche ich Pegida den größtmöglichen Erfolg. Der wird nur möglich sein, wenn man sich nicht spalten läßt aber auch gleichzeitig auf der seriösen Basis des Positionspapieres bleibt und auf den Zug aufspringende Extremisten abwehrt.

Weitere Informationen unter:

Pegida (Facebook)

pegida.de

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