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Archive for August 2013

Die größte Gefahr ist wie so oft: der Mensch vor der Tastatur. Was wir alles freiwillig preisgeben, sprengt inzwischen alle Dimensionen. Wer sich an die Proteste gegen die Volkszählung 1987 erinnert, kommt heute aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. 

Erste Überlegung: was tippe ich selber ein? Und wie vermeide ich unnötiges? Die einfachste Überlegung führt zu dem Ergebnis: die geringste Datenspur wird hinterlassen, wenn ich offline gehe. Wenn ich ein Buch beim Buchhändler um die Ecke kaufe, bar zahle und die Nutzung irgendwelcher Kundenkarten unterlasse, entstehen bis auf die Erinnerung des Buchhändlers keine bleibenden Spuren. Zum Bestellen eines Buches reichen dem oft nur irgendein Name und die Telefonnummer.

Wenn ich schon das Internet nutzen muß oder will, dann kann ich immerhin den Informationsfluß minimieren. Soweit möglich, werden Pseudonyme verwendet, nicht das richtige Geburtsdatum angegeben und für die Anmeldung auf Foren etc. wird eine eigene Mail Adresse verwendet. Nimmt der Spam dann überhand, wechselt man diese einfach. Gut arbeiten kann man auch mit Wegwerfadressen oder mit temporären Adressen wie z.B. „10 Minute Mail“. Das man nicht Fotos wild verbreiten sollte oder jede Aktivität mitteilt, versteht sich von selbst. Was einmal veröffentlicht ist, ist aus dem Gedächtnis des Internets schwer wieder zu löschen. Selbst wer es schafft, den Anbieter einer Seite zu überzeugen, frühere peinliche Inhalte zu entfernen, hat die Rechnung ohne Anbieter wie die Wayback Machine gemacht: Dort sind frühere Versionen so ziemlich aller gängigen Internetseiten gespeichert. Was hat spiegel-online.de am 23.12.1996 der Welt gezeigt ? Kein Problem… The Wayback Machine

Ein besonderer Fall sind die sozialen Netzwerke. Da sollte man auf äußerste Datensparsamkeit setzen. Wer sich und seinen Freunden einen Gefallen tun will, verzichtet auf Funktionen, Freunde über den Abgleich mit dem Adressbuch seines Mail- Anbieters zu suchen. Denn dann werden auch alle Mail-Adressen dauerhaft gespeichert, die noch nie beim sozialen Netzwerk angemeldet waren. Ein kleiner Einblick dazu – wohl nur die Spitze des Eisbergs – findet sich hier: http://www.chip.de/news/Facebook-Mehr-Auskunft-ueber-gespeicherte-Daten_55425557.html 

Aber auch ohne direkte Eingabe wird es zum Problem, wenn das gesamte Surfverhalten im Internet von wenigen großen Anbietern nachverfolgt wird. Wer interessiert sich wofür, welche Seiten werden besucht und wie lange? Über Analytic- Tools und like-Buttons versuchen soziale Netzwerke und große Suchmaschinen jede Aktivität auf fremden Seiten zu verfolgen. Was tun? Am besten ist es, auf solchen Seiten und deren Ablegern nicht permanent während einer Internetsitzung angemeldet zu sein. Als Startseite im Browser sollte eine andere Seite dienen. Und als Suchmaschine ersetzt https://startpage.com/ perfekt die Angebote der Datenkraken. Unterstützung beim Kampf gegen das Tracking gibt es bei sinnvollen Browser- Addons. Das größte Angebot haben hier die Firefox- Nutzer. Aber dazu mehr im nächsten Teil dieser kleinen Miniserie, die sich mit den Möglichkeiten der Software beschäftigt.

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