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Archive for November 2010

Rendite und Risiko

Je höher die Gewinnaussichten, desto höher ist das Risiko. Risiko bedeutet Kursschwankungen und die Möglichkeit eines Totalverlustes. Diesen simplen Zusammenhang kennt jeder Anleger. Auch Banken beraten ihre Anleger entsprechend oder protokollieren dies zumindest.

Für einige Anlagen soll das offenbar nicht gelten. Der zaghafte Vorstoß der Bundesregierung, die Gläubiger ab 2013 per Haircut an der Euro- Rettung zu beteiligen, stieß auf viel Widerspruch.

Was bedeutet das in der Praxis?  Irische 10-jährige Anleihen haben derzeit eine Rendite von fast 9,2 Prozent. Die 10-jährige Bundesanleihe hat eine Rendite von ca. 2,7 Prozent. Wenn Gläubiger – überwiegend Banken – dafür Lobbyarbeit betreiben, daß die irischen  Probleme von den Steuerzahlern, insbesondere den deutschen, dauerhaft bezahlt werden, dann gibt es aktuell einen risikolosen Aufschlag von sagenhaften 6,5 Prozentpunkten einzustreichen.

Vereinfacht gesagt: Irland wurde unter anderem von Banken in die Krise gestürzt, die den irischen Staat mit den Folgen ihrer riskanten Geschäfte belasten. Irland nimmt dafür Kredite von den Banken auf, die wiederum das hohe Risiko auf den Steuerzahler abwälzen wollen aber gleichzeitig hohe Renditen kassieren wollen.

Nun soll es in der Krise tabu sein, diese Konstruktion zu ändern. Ist die  Krise erst einmal vorbei, ist vermutlich allerdings auch der Reformdruck weg. Bis zur nächsten Krise kann dann weiter gezockt werden. Der Steuerzahler – insbesondere der deutsche – bekommt dann wieder die Rechnung präsentiert. Natürlich mit dem Vermerk „ohne Alternative“.

Es wird Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen!

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